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Dudelsackwettbewerbe für Bands und Solisten: Eine Erläuterung

Das so tief in der menschlichen Seele verankerte Bedürfnis, sich mit Anderen messen zu wollen, wird auch innerhalb der schottischen Pfeifer- und Trommlergemeinschaft in Form von weltweit stattfindenden Wettbewerben ausgelebt. Zu unterscheiden sind die Wettbewerbe für Solisten von den Wettbewerben für Bands. In beiden wird die Musikalität, der akkurate Klang des jeweiligen Instruments, und die technisch saubere Präsentation der Darbietung bewertet, welches durch sogenannte Judges, den Wertungsrichtern, vorgenommen wird, die allesamt anerkannte Größen auf dem von ihnen zu bewertenden Gebiet sind.

 

Zur Bandperformance kommen im Vergleich zur Solodarbietung noch das Ensemblespiel zwischen Pfeifern und Trommlern, sowie das „wie eine Person spielen“ von Pfeifern und Trommlern untereinander. Dieses sind nicht zu unterschätzende Schwierigkeiten, welche neben dem Sound, das entscheidende Merkmal für eine Band guter Qualität darstellen. Auch das „Marching and Discipline“ einer Band wird bewertet. Hier geht es darum, ob das Outfit der Band den militärischen Ansprüchen genügt, und wie sie während ihrer Darbietung in-, und danach auch wieder aus dem Kreis marschiert. Diese Bewertungsansprüche sind der Grund dafür, daß mindestens drei Judges (einer für die Pfeifer, einer für die Trommler, und einer für das „Marching and Discipline“), manchmal sogar ein weiterer Vierter (extra nur für das Ensemblespiel) um eine sich im Wettbewerb befindende Band laufen, diese von allen Positionen kritisch beäugen, um sie am Ende gerecht bewerten zu können. Währenddessen dürfen sie jedoch nicht das Innere eines auf dem Wettbewerbsfeld aufgezeichneten Kreises betreten. Ein zweiter, innerer Kreis dient als Orientierung für die Bands, die nach dem Einmarschieren einen „Circle“ bilden.

 

Die von den jeweiligen Judges verteilten Punkte fließen für die Gesamtbewertung ineinander, wobei die Punkte der Pfeifer hier ein höheres Gewicht erhalten. Die Bewertung des Judges für „Marching and Discipline“ geht extra, und wird auch an der Abends stattfindenden Preisverleihung mit einem separaten Preis geehrt, obwohl dieser eher eine untergeordnete Rolle spielt, denn die Bands sind vielmehr an ihrer musikalischen Leistung interessiert! Um allen eine faire Siegchance zu geben, werden die Bands bestimmten Richtlinien entsprechend in 5 Grade eingeteilt, in denen sie gegeneinander antreten. Der Grad 5 steht für die Bands ohne große Wettbewerbserfahrung, der Grad 1 für die weltbesten Bands. Die Grade dazwischen entsprechen den Stufen zwischen Weltklasse- und „Anfänger“-Status. Deutschland besitzt neben den Grad 4 und Grad 5 Bands nur eine Grad 3 Band, woran man schon erkennen kann, wie groß die Ansprüche für die hohen Grade sind.

 

Am Ende eines für die meisten Beteiligten sehr anstrengenden Tages, findet dann die schon erwähnte, und den Wettbewerb abschließende Preisverleihung statt. Hierfür bilden die Bands vor der Hauptbühne die sogenannte „Massed Band“ (alle Bands bilden zusammen eine große Band), welche zu Ehren des „Chieftains of the day“ (dem Schirmherr der Veranstaltung) den „Salut to the Chief“ spielt: „Highland Laddie“. Die jeweiligen Pipe Majors nehmen die errungenen Preise entgegen, und alle Bands erhalten die von den Judges während des Wettkampfes angefertigten Wertungsbögen. Diese sind für die Bands von großem Interesse, denn darin sind wertvolle Tips für ihre musikalische Weiterentwicklung enthalten. Zuletzt treten dann alle, mehr oder weniger zufrieden, gewiß aber reicher an Erfahrung, ihre oft langen Heimreisen an, oder bleiben über Nacht, um das großartige Event noch ausgiebig zu feiern!

 

 

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